Schlagwort: Archäologie

  • Die Villa dei papiri bei Herculaneum

    In der Nähe der archäologischen Ausgrabungen von Herculaneum wurde die gut erhaltene römische „Villa dei papiri“ mit einer antiken Bibliothek gefunden.

    Der keine Ort Herculaneum (Ercolano) wurde vom selben Schicksal ereilt wie sein bekannterer Nachbarort Pompeji: Es wurde beim Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. von Lavamassen verschüttet, wobei die meisten Bewohner ums Leben kamen.

    Auch die Villa dei papiri, etwa 250 Meter entfernt von der Ausgrabungsstätte, wurde beim Ausbruch des Vesuvs unter einer dicken Schlammschicht begraben.

    Im Jahr 1750 entdeckte der Archäologe Karl Weber bei Grabungen einen Raum mit über 1700 Papyrusrollen, deren unschätzbaren Wert man erst später erkennen sollte. Bei den Schriftstücken handelt es sich um kostbare Werke altgriechischer Philosophen. Sie gelten weltweit als die einzige erhaltene, fast 2000 Jahre alte, römische Bibliothek. Die Papyrusrollen werden in der Nationalbibliothek von Neapel aufbewahrt.

    Die Villa wurde im ersten Jahrhundert v. Chr. von Lucius Calpurnius Piso erbaut

    Er war angeblich der Schwiegervater von Julius Caesar und ein großer Literaturliebhaber. Piso ließ eine griechische und eine lateinische Privatbibliothek errichten. Eine Besichtigung der mit Fresken, Mosaiken und Wandmalereien ausgeschmückten Villa ist derzeit leider noch immer nicht möglich.

    Die Villa dei papiri wurde für das J. Paul Getty Museum bei Malibu, Kalifornien, nachgebaut.

     

     

  • Schätze Italiens: UNESCO-Weltkulturerbe in Kampanien

    Schätze Italiens: UNESCO-Weltkulturerbe in Kampanien

    In Kampanien gibt es viele Sehenswürdigkeiten und Orte, die zum Welterbe der UNESCO gehören. Besonders bekannt sind die Amalfiküste, die Ausgrabungen von Pompeji und das Schloss von Caserta.

    Die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) verleiht den Titel Weltkulturerbe an weltbedeutende Stätten und Naturlandschaften. Nach Definition der UNESCO sind sie „Zeugnisse vergangener Kulturen, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre.“ Italien und die Region Kampanien erfreuen sich zahlreicher solcher wunderbarer Stätten.

    Diese Sehenswürdigkeiten, Regionen und Orte in Kampanien gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe (World Heritage):

    Altstadt von Neapel (centro storico)
    Schloss von Caserta und Schlosspark (Reggia di Caserta), Aquädukt von Vanvitelli und San Leuco
    Nationalpark Cilento mit Valle di Diano, Velia, der Certosa di Padula und die antike Tempelstadt Paestum
    Amalfiküste, eine der schönsten Küstenlandschaften der Welt
    Archäologische Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum (Ercolano). Die beiden antiken Städte wurden vor fast 2000 Jahren beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet. Ihre Ausgrabungen zählen zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Italiens.
    Kirche Santa Sofia in Benevento

    Zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehört die großartige Kunst der neapolitanischen Pizzabäcker („pizzaiuoli“)!

  • Zeitreise durch eine antike Einkaufsstraße in Neapel: Die Ausgrabungen von San Lorenzo Maggiore

    Zeitreise durch eine antike Einkaufsstraße in Neapel: Die Ausgrabungen von San Lorenzo Maggiore

    Eine Besichtigung der unterirdischen Ausgrabungen von San Lorenzo Maggiore (Scavi di San Lorenzo Maggiore) ist ein absolutes Highlight einer Städtetour nach Neapel. Hier kannst du eine faszinierende Zeitreise in eine antike Marktstraße unternehmen, die unter der Altstadt verläuft.

    Mitten in der Altstadt von Neapel gelangt man eine andere Zeit. Neben der wunderschönen Kathedrale San Lorenzo Maggiore befindet sich der Eingang zu den unterirdisch gelegenen Resten eines römischen Markts des antiken „Neapolis“, den Besucher bei einer Führung besichtigen können.

    Die Scavi di San Lorenzo Maggiore liegen im Zentrum der Altstadt

    An der Piazza San Gaetano befindet sich der Eingang zu den 10 Meter unter der Erde liegenden Ausgrabungen. Zu sehen sind ein römischer Markt und faszinierende Überreste einer antiken Straße mit Läden. In dieser von Bögen überrankten „Fußgängerzone“ gibt es eine Bäckerei mit einem gut erhaltenen Kuppelofen und Gegenstände des damaligen Alltags zu bestaunen. Der Markt wurde im fünften Jahrhundert n. Chr. bei einer Überschwemmung unter Schlamm begraben und blieb – wie so viele Geheimnisse unter den Straßen Neapels – lange Zeit vor den Augen der Menschen verborgen.

    Die Ausgrabungen sind Teil des Komplexes „La Neapolis Sotterratta“,

    zu dem auch ein Museum und eine der ältesten Kirchen von Neapel gehört: Die wunderschöne Chiesa di San Lorenzo Maggiore (kostenlos zugänglich). Unter der Kirche sind Baureste einer im sechsten Jahrhundert entstandenen frühchristlichen Basilika, die dem heiligen Laurentius geweiht wurde. Teile dieser Reste kann man durch Glasscheiben im Boden der Kirche sehen.

    Der Zugang zur Kirche und den archäologischen Ausgrabungen ist an der Piazzetta San Gaetano.

    Tipp: Eine Besichtigung lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt und die bekannte Krippenstraße Via San Gregorio Armeno verbinden.

    Eintrittskarten

    Tickets gibt es hier:

    Scavi di San Lorenzo Maggiore und Neapolis Sotterrata Ticket

    Anreise

    Die nächsten U-Bahn-Stationen der L1 sind Piazza Dante oder Duomo. Von dort geht es zu Fuß zu den Ausgrabungen an der Piazzetta San Gaetano, die an einer Abzweigung der Via dei Tribunali liegt.

    Adresse
    Scavi di San Lorenzo Maggiore, Via Tribunali 316, 80138 Napoli, www.laneapolissotterrata.it

     

  • Besichtigung des unterirdischen Neapels: Attraktionen und Führungen

    Ein Highlight in Neapel ist eine Besichtigung der unterirdischen Tuffsteinhöhlen, Gänge und Tunnel. Sie erstrecken sich unter der ganzen Stadt und sind eng mit der Geschichte Neapels verknüpft. Im Zweiten Weltkrieg dienten sie als Schutzräume. Es gibt verschiedene Abschnitte des Untergrunds, die besichtigt werden können. Sehr bekannt ist „Napoli sotterranea“, aber auch der Bourbonentunnel ist unbedingt sehenswert.

    Das unterirdische Neapel hat mehrere Abschnitte, die von verschiedenen Eingängen zugänglich sind. Sie werden von unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Kulturvereinen betrieben. Wer sich für einen Abstecher in den Untergrund von Neapel interessiert, kann sich einer Gruppenführung anschließen. Die Führungen müssen vorher reserviert werden, da es eine maximale Gruppengröße gibt. Nach Führungen in Englisch oder Deutsch vorher fragen.

    Tipp: Während der Kulturveranstaltung Mai der Monumente werden oft ganz besondere Führungen durch das unterirdische Neapel angeboten.

    Welches sind die zugänglichen Abschnitte des Untergrunds von Neapel?

    Unterirdisches Neapel „Napoli sotterranea“: Eingang Piazza Gaetano in der Altstadt

    Führungen zur Besichtigung des unterirdischen Neapels – organisiert durch Napoli Sotterranea – Piazza Gaetano 68, Napoli.
    Zu sehen sind Aquädukte und Höhlen unter den Häusern, die im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker dienten. Im Eintritt ist auch die Besichtigung des Teatro Romano inbegriffen, zu dem man bei der Führung durch eine ehemalige Wohnung in der Altstadt kommt.
    Mehr Infos über Öffnungszeiten und Eintrittspreise:
    www.napolisotterranea.org

    Besichtigung des unterirdischen Neapels „La Napoli sotterranea“: Eingang bei Piazza Plebiscito

    Organisiert von Laes (Libera associazione escursionisti sottosuolo);
    Vico S. Anna di Palazzo, 52, Napoli.
    www.lanapolisotterranea.it

    Tipp! Galleria Borbonica

    Die absolut sehenswerte Galleria Borbonica hat mehrere Eingänge, z.B. Via Domenico Morelli 40 und Vico del Grottone 4 (100 m entfernt von der Piazza Plebiscito).
    www.galleriaborbonica.com

    Am Parkhaus Morelli im Stadtviertel Chiaia liegt ein besonders schöner Eingang zum Bourbonen-Tunnel (Galleria Borbonica). Beeindruckend ist dort der Kontrast am Eingang zwischen moderner Parkhausarchitektur und den antiken Tuffsteinhöhlen des Bourbonen-Tunnels. Im verzweigten Tunnel stehen Autos und Motorräder aus dem Zweiten Weltkrieg, die damals konfisziert wurden.

    Für die Besichtigung der Galleria Borbonica gibt es Standardtouren, Adventure-Führungen und Höhlen-Touren (Speleo-Touren) mit Helm und Taschenlampe.

    Wir haben die Standard-Tour mit Start am Parkhaus Morelli gemacht. Sie ist unsere Meinung nach auch für Menschen geeignet, die sich in engen Räumen unwohl fühlen. Bei unserer Tour sind wir der Adventure-Gruppe begegnet, die behelmt die Höhlen erkundet hat. Für Erwachsene und größere Kinder bestimmt ein Spaß! Für Kinder sind die Adventure- und Speleo-Touren aber erst ab einem bestimmten Alter möglich: unbedingt vorher auf der Website informieren!

    Nach der Besichtigung des Tunnels erreicht man schnell die Uferpromenade und kann einen schönen Spaziergang am Meer machen.

    Archäologische Ausgrabungen von San Lorenzo Maggiore

    Wer sich für Archäologie interessiert, sollte unbedingt die Scavi di San Lorenzo Maggiore in der Altstadt von Neapel besichtigen. Zehn Meter unter der Erde gibt es einen römischen Markt aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. zu sehen. Man macht sozusagen eine Zeitreise in eine Shopping-Straße der Vergangenheit. Es werden regelmäßige Führungen durch diesen besonderen Bereich des unterirdischen Neapels angeboten.

    Tipp: Ganz in der Nähe beginnt die Krippenstraße Via San Gregorio Armeno.

    Ausflüge & Touren durch das unterirdische Neapel:

     

     

  • Besichtigung der Galleria Borbonica – Tunnel im unterirdischen Neapel

    Besichtigung der Galleria Borbonica – Tunnel im unterirdischen Neapel

    Unterirdischer Bourbonentunnel in Napoli: Geschichte, Öffnungszeiten, Eintritt
    Der bourbonische Tunnel ist Teil des unterirdischen Neapels und lohnt eine Besichtigung. Es werden Abenteuertouren und Standardführungen durch die Höhlen angeboten. Nach der Besichtigung des Tunnels kann man einen schönen Spaziergang auf der nahen Promenade machen.

    Am Parkhaus Morelli im exklusiven Stadtviertel Chiaia liegt einer der drei Eingänge zum unterirdischen Tunnel Borbonico, eines der Highlights von Neapel. Er wurde im Jahr 2014 in „Galleria Borbonica“ umbenannt. Wer in den Tunnel eintritt, wird vom Kontrast zwischen moderner Parkhausarchitektur und antiken Tuffsteinhöhlen beeindruckt. In seinen verzweigten Gängen stehen Autos und Motorräder aus den 30er- bis 50er-Jahren.

    Die bewegte Geschichte der Galleria Borbonica (Bourbonen-Tunnel)

    Im 19. Jh. ließen die Bourbonen einen unterirdischen Tunnel bauen, der den Palazzo Reale an der Piazza del Plebiscito mit dem Stadtteil Chiaia verbindet. Dieser Tunnel konnte vom König, der im Palazzo Reale wohnte, als Fluchtweg zum Meer genutzt werden. Außerdem diente er seinen Soldaten als schneller Zugang zur Verteidigung des Palastes. Wegen baulichen Problemen wurde der Tunnel aber nie ganz fertig und geriet nach der italienischen Vereinigung 1861 in Vergessenheit. Im Zweiten Weltkrieg wurde er dann als Luftschutzbunker gegen Bombenangriffe genutzt und in der zweiten Hälfte des 20. Jh. schließlich zum Autoabstellplatz umfunktioniert.

    Doch 2006 wurde ein Projekt zur Wiederherstellung des Bourbonentunnels gestartet, entwickelt jungen Höhlenforschern und Geologen, geleitet von Dr. Gianluca Minin. Dabei wurden die bourbonischen Mauern sowie einige Oldtimer und Motorräder restauriert, die man in den Höhlen gefunden hat. Der in den Tuffstein gegrabene Tunnel wurde szenografisch beleuchtet.

    Besichtigung des Bourbonentunnels

    Eingänge
    Der Tunnel hat drei Eingänge: Via Domenico Morelli 61 (Eingang Parkhaus Morelli), Vico del Grottone 4 (100 Meter entfernt von der Piazza Plebiscito) und Via Monte di Dio 14 (Palazzo Serra di Cassano, Int. A14).

    Öffnungszeiten
    Die Führungen finden Freitag bis Sonntag zu festgelegten Zeiten statt.

    Führungen
    In der Galleria Borbonica werden verschiedene Führungen angeboten.
    Es gibt Standardtouren, Adventure-Führungen, La Via delle Memorie und Höhlen-Touren (Speleo) mit Helm und Taschenlampe. Wir haben die Standard-Tour mit Start am Parkhaus Morelli gemacht, die ein einfacher Spaziergang auch mit Kindern ist. Sie ist unserer Meinung nach auch für Menschen geeignet, die sich in engen Räumen unwohl fühlen.
    Für Kinder sind die Adventure- und Speleo-Touren nicht oder erst ab einem bestimmten Alter möglich: unbedingt vorher informieren!

    Eintrittspreise und Touren
    Es werden klassische Touren, private Touren und virtuelle Touren angeboten. Gebucht werden können Sie online über die Website www.galleriaborbonica.com unter der jeweiligen Tour.
    Für die Touren sind die Preise folgende:
    – Standard-Führung und die Via delle Memorie 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder bis 13 Jahren. Kinder bis 10 Jahren haben kostenlos Zutritt.
    – Speleo Light-Tour 15 Euro für Erwachsene (ab 18 Jahren)
    – Abenteuer-Tour (Percorso Avventura) 15 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder von 10-15 Jahren. Kinder unter 10 Jahren dürfen an dieser Tour nicht teilnehmen.

    Eintrittskarte Bourbonentunnel (Standard-Tour):

    Neapel: Eintritt in die Galleria Borbonica

    Informationen zu Öffnungszeiten, aktuellen Eintrittspreisen und Führungen gibt es auf www.galleriaborbonica.com

    (Stand: 2/2023, Alle Angaben ohne Gewähr)

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  • Unter den Straßen von Napoli: Geschichte der unterirdischen Stadt (Napoli sotterranea)

    Unter den Straßen von Napoli: Geschichte der unterirdischen Stadt (Napoli sotterranea)

    Unter Neapel gibt es ein kilometerlanges Labyrinth aus Höhlen, das heute eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit ist. Die Höhlen entstanden beim Bau von Häusern und dienten im Lauf der Geschichte als Obdach für die Ärmsten und Luftschutzbunker.

    Die Geschichte des unterirdischen Neapels reicht lange zurück: Schon im fünften Jahrhundert v. Chr. nutzten die Griechen den weichen Tuffstein als Baumaterial. Beim Abbau des Tuffs entstanden unterirdische Höhlen, die später von den Römern in Zisternen umgebaut wurden. Dabei schufen sie zwischen ihnen ein hydraulisches Verbindungssystem. Durch Aquädukte wurden Wasserquellen der Umgebung in unterirdische Kammern umgeleitet und die Bevölkerung konnte aus verschiedenen Brunnenschächten Wasser holen.

    Im Mittelalter vergrößerte sich Neapel und man benötigte viel Baumaterial aus Tuffstein. Beim Abbau des Tuffsteins entstanden weitere Höhlen unter den Häusern, für deren Bau der Tuffstein benutzt wurde. Jedem Haus entspricht also „seine“ unterirdische Höhle. Auch diese Höhlen wurden wieder in Zisternen umgebaut, durch Kanäle verbunden und als Wassersystem genutzt. Beim Bau der neuen Zisternen wurden einige alte stillgelegt und im Laufe der Zeit durch ein modernes Wassersystem ersetzt. Die leeren Zisternen wurden von den Ärmsten der Armen bewohnt.

    Nach einer großen Choleraepidemie im Jahr 1885 wurde das Zisternensystem endgültig durch eine moderne Wasserleitung ersetzt.

    Im Zweiten Weltkrieg dienten die Höhlen als Luftschutzbunker

    Während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg entpuppten sich die Höhlen als wahrer Segen: Man gebrauchte sie als Luftschutzbunker. Dank ihrer schnellen Erreichbarkeit unter jedem Gebäude retteten sie Tausenden Neapolitanern das Leben. Nach dem Krieg wurden die Höhlen mit dem Schutt der zerbombten Gebäude gefüllt und in den 50er und 60er-Jahren als Mülldeponie benutzt. So geriet das unterirdische Neapel langsam in Vergessenheit.

    Wiederentdeckung der Höhlen in den 1980ern

    Ende der 1970er gab es einen verheerenden Brand in einem Sägewerk, das in den vorangehenden Jahrzehnten seine Sägespäne in den unter dem Gebäude liegenden Höhlen entsorgt hatte. Der Brand erreichte auch diese unterirdischen Höhlen und sein Rauch verbreitete sich schnell durch die alte Tunnelverbindung in allen Kellern des Stadtteils Chiaia. Während der drei Tage andauernden Löscharbeiten entdeckte die Feuerwehr eine gemauerte Treppe zu einem Keller. Sie führte zu einem Bunker, voll mit beeindruckenden Wandzeichnungen aus dem täglichen Leben des zweiten Weltkrieges (z. B. eine italienische Fußballmannschaft der damaligen Zeit oder Mussolini-Karikaturen). Die interessanten Funde weckten wieder das Interesse der Bevölkerung für das unterirdische Neapel. In den 80er-Jahren konnten, dank der für diesen Zweck gegründeten Kulturvereine, schließlich viele der Höhlen für Besucher zugänglich gemacht werden.

    Im Jahr 2006 startete die Stadt Neapel ein Projekt zur Restaurierung des Bourbonentunnels (Galleria Borbonica). Dabei wurden die bourbonischen Mauern sowie einige „Oldtimer“ Autos restauriert, die man in den Höhlen fand. Die Tuffsteintunnel wurden szenografisch beleuchtet.

    Heute gehört das unterirdische Neapel zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Besichtigt werden können die Galleria Borbonica und verschiedene Abschnitte des unterirdischen Höhlenlabyrinths.

  • Geheimnisvolle Katakomben des San Gennaro in Neapel

    Geheimnisvolle Katakomben des San Gennaro in Neapel

    Unter dem Hügel von Capodimonte befinden sich die größten Katakomben Neapels mit einer kilometerlangen Friedhofsanlage. Ausgeschmückt mit wunderschönen Fresken und Mosaiken sind die Catacombe di San Gennaro wie ein Band, das die Stadt mit ihrem Schutzpatron San Gennaro verbindet.

    Die beindruckenden Katakomben von San Gennaro liegen im volkstümlichen Sanità-Viertel von Neapel und sind eine der berühmtesten unterirdischen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

    In den stimmungsvoll beleuchteten Gängen gibt es verschiedene Gräberarten zu bestaunen: Einige wurden einfach in den Boden eingelassen, manche befinden sich in Wandnischen. Sie sind mit großartigen Fresken und Mosaiken von unschätzbarem Wert ausgestattet. Unter den teilweise übereinander geschichteten Fresken ist auch ein berühmtes von San Gennaro, auf dem er als Schutzpatron zwischen dem Vesuv und Monte Somma dargestellt wird. Die ältesten Fresken aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr. stellen Adam und Eva sowie David und Goliath dar.

    Die Gräber entstanden am Ende des zweiten Jahrhunderts n. Chr. mit dem Familiengrab einer römischen Adelsfamilie, das im Zeitablauf ständig vergrößert wurde. Im sechsten Jahrhundert wurde die heutige zweistöckige Anlage mit Gräberreihen gegründet und bis zum 10. Jahrhundert genutzt.

    © Archivio Fotografico Coop La Paranza - Catacombe di Napoli
    © Archivio Fotografico Coop La Paranza – Catacombe di Napoli

    Einst wurden die Reliquien von San Gennaro in den Katakomben aufbewahrt

    Die antiken Katakomben sind nach San Gennaro (deutsch: „Heiliger Januarius“) benannt, dem innig verehrten Schutzpatron von Neapel. Nachdem der Märtyrer im Jahr 304 n. Chr. in Pozzuoli enthauptet wurde, brachte man seine Reliquien in diese Katakomben. Sie waren ein Wallfahrtsort, bis die sterblichen Überreste des Märtyrers im Jahr 831 n. Chr. vom Herzog von Benevento gestohlen wurden.

    Im 14. Jahrhundert wurden sie aus Benevento zurückgeholt und befinden sich seitdem im Dom San Gennaro in Neapel, wo auch die Messen für das bekannte Blutwunder abgehalten werden.
    Tipp: Wer sich für den Kult und die Geschichte des San Gennaro interessiert, sollte sich unbedingt auch das Museum mit dem Schatz des San Gennaro neben dem Dom in der Altstadt anschauen.

    Eintrittskarten für die Katakomben von San Gennaro in Neapel

    Tickets für den Eintritt in die Katakomben von San Gennaro kaufen. Inbegriffen ist auch die Besichtigung der Basilika von San Gennaro mit Guide, der Katakomben von San Gaudioso und der Basilika Santa Maria della Sanità.

     

    So kommt man zu den Catacombe di San Gennaro

    Mit dem Auto: Schnellstraße Neapel (Tangenziale), Ausfahrt Capodimonte, Parkplatz nach 50 Metern auf der rechten Seite
    Mit dem Bus: Vom Archäologischen Nationalmuseum bis zur Haltestelle 3250 – Basilica Incoronata Catacombe San Gennaro – fahren. Linien 650, C63, 3M, 168, 178, 204. Alternativ mit dem Citysightseeing-Bus mit Abfahrt an der Piazza Municipio – Largo Castello, Linie A: An der Haltestelle 7 (Capodimonte) aussteigen.
    U-Bahn: Haltestelle Cavour + Bus 178 – C63 oder Haltestelle Museo + Bus 178 – C63

    Der Zugang zu den Katakomben befindet sich neben der Basilica dell’Incoronata Madre del Buon Consiglio, eine Miniaturnachbildung des Petersdoms. Es gibt stündliche Führungen.

    Adresse
    Catacombe di San Gennaro, Via Capodimonte13, www.catacombedinapoli.it

     

  • Besuch der Katakomben des San Gaudioso in Neapel

    Entdecke die  mit Fresken verzierten Katakomben des San Gaudioso unter der schönen Kirche Santa Maria della Sanità in Neapel. Tauche ein in die Geschichte dieser geheimnisvollen unterirdischen Stätte, eine einzigartige Verbindung von Spiritualität und Schönheit. 

    Die Katakomben des San Gaudioso liegen in Neapel im Stadtviertel Sanità unter der Basilika Santa Maria della Sanità und führen in die geheimnisvolle Welt unter den Straßen der Stadt. Mit den berühmten Katakomben des San Gennaro gehören sie zu den bedeutendsten in Neapel. Bestaunen kann man dort gut erhaltene typische frühchristliche Fresken und Mosaike, die schöne Darstellungen von Weinreben und Fischern zeigen. Sehr makaber sind hingegen die Ruhestätten der hier im 17. Jahrhundert beerdigten Adeligen. Bei einer Führung erfährt man, wie Totenschädel damals in den Wänden des Gewölbes ausgestellt wurden.

    Zu den Katakomben gelangt man über die wunderschön ausgestattete Kirche Santa Maria della Sanità, in der man auch neapolitanische Gemälde bewundern kann. Die Ursprünge der Anfang des 17. Jahrhunderts erbauten Kirche Santa Maria della Sanità stehen in Verbindung mit der Verehrung des San Gaudioso, einem heilig gesprochenen afrikanischen Bischof. Er ist etwa im Jahr 451 n. Chr. im Exil in Neapel gestorben. Bei den Einheimischen ist die Kirche auch bekannt als San Vincenzo „‚O Munacone“ („der große Mönch“). San Vincenzo ist der Schutzheilige des Viertels.

    Eintritt für die Katakomben von San Gaudioso

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    Anreise zu den Katakomben – wie kommt man hin?

    Am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
    Bus: Haltestelle Via s. Teresa – Ponte della Sanità, dann mit dem Aufzug runter. Alternativ: Linie C51 oder C52 (Haltestelle Piazza Sanità). Oder “Citysightseeing”-Bus, Abfahrt Piazza Municipio – Largo Castello, Linie A. Bis Haltestelle 5 (Sanità). Aufzug.
    U-Bahn L2: Haltestelle Cavour + Bus C51; C52. Haltestelle P.zza Sanità.
    Oder L 1 Haltestelle Museo + Bus R4; C63; 178 Haltestelle Via S. Teresa – Ponte della Sanità + Aufzug.
    Auto: Schnellstraße (Tangenziale), Ausfahrt Capodimonte. Parkplätze in der Nähe der Brücke “Ponte della Sanità”. Aufzug in der Mitte der Brücke nehmen (Corso Amedeo di Savoia).

    Adresse
    Catacombe di San Gaudioso, Piazza Sanità 14 (unter der Basilica Santa Maria della Sanità)
    www.catacombedinapoli.it

     

  • Pompeji: Freigelegt, zugeschüttet und wieder ans Tageslicht gebracht

    Pompeji: Freigelegt, zugeschüttet und wieder ans Tageslicht gebracht

    Die archäologischen Ausgrabungen von Pompeji begannen im 18. Jahrhundert. Nachdem sich der König Karl III. an den Schätzen von Pompeji bereichert hat, lies er den Fundort einfach wieder zuschütten. Erst ein Jahrhundert später wurde die ganze Tragödie ans Tageslicht gebracht.

    Nach dem schweren Erdbeben 62 n. Chr. konnten die Pompejaner nicht ahnen, was auf sie zukommt. Wer hätte gedacht, dass der Vesuv ausbricht und dabei ganz Pompeji unter sich begraben würde? Am 24. August 79 kam der Ausbruch so plötzlich, dass den Bewohnern von Pompeji keine Zeit mehr zum Fliehen blieb. Die, die flüchten wollten, wurden auf ihrem Weg von tödlichen Gasmassen erfasst.

    Der feurige Berg schloss mit gewaltigen Schlacke- und Aschemassen sämtliches Leben ein

    Nach der Tragödie war Pompeji unter einer acht Meter hohen Ascheschicht begraben. Auch die kleineren Nachbarorte Herculaneum und Oplontum traf das selbe Schicksal.

    Erst 1748 fanden erste Ausgrabungen unter dem Bourbonen Karl III. statt

    Angefacht von den gefundenen antiken Schätzen anderer freigelegter Orte sollte ihm nun auch Pompeji zu weiterem Reichtum verhelfen. Er wurde nicht enttäuscht und fand neben Kunstschätzen auch Schmuck und Münzen. Danach lies er den Ausgrabungsort wieder zuschütten.

    Nach der Gründung des italienischen Königreiches wurde der archäologische Fundort durch Giuseppe Fiorelli wieder freigelegt. Die wichtigsten Fundstücke wurden ins Archäologische Nationalmuseum in Neapel gebracht, aber leider fanden einige Teil auch ihren Weg in die Taschen privater Geschäftsleute.

    Bei seinen Grabungen erfand Fiorelli im Jahr 1863 die Methode, die mit Asche überzogenen Leichen mit Gips auszufüllen. Damit gelang es ihm, Menschen und Tiere für die Ewigkeit zu erhalten und so erhielt Pompeji seine traurige Berühmtheit. Ganze Familien, Mütter mit ihren Kindern, selbst Tiere kann man bei ihrem schrecklichen Todeskampf sehen. Eine der bekanntesten Szenen fand im Orto dei Fuggiaschi statt, wo man die Abdrücke von dreizehn Familienmitgliedern sieht. Auch Wohnhäuser und Werkzeuge der damaligen Zeit wurden unversehrt geborgen.

  • Was ist beeindruckender? Pompeji oder Herculaneum?

    Im Jahr 79 n. Chr. kam der Ausbruch des Vesuvs so plötzlich, dass die Einwohner von Pompeji und Herculaneum nicht mehr fliehen konnten. Der feurige Berg begrub beide Städte mit allen Bewohnern unter Schlamm und Aschemassen. Die archäologischen Ausgrabungsstätten von Pompeji und Herculaneum gehören zu den interessantesten Ausflugszielen am Golf von Neapel.

    Pompeji und sein kleiner Nachbarort Herculaneum (ital. Ercolano) ereilte beim Ausbruch des Vesuvs ein ähnliches Schicksal. Während die Pompejaner unter einer meterhohen Ascheschicht begraben wurden, fand Herculaneum unter einem riesigen Lava-Schlammfluss ein dramatisches Ende.

    Oft wird unsere Redaktion gefragt, welche Ausgrabungsstätte denn die interessantere oder schönere sei. Aber das kann man so pauschal nicht beantworten, denn die Atmosphäre in den beiden Ausgrabungen ist unterschiedlich. Während man im kleinen Dorf Herculaneum in das alltägliche Leben der Bewohner eintaucht, beeindruckt das größere Pompeji durch eine komplett erhaltene Städtestruktur mit Tempeln, Theatern, Thermen und Bordellen.

    Pompeji ist ein riesiges Freilichtmuseum

    Die Ausgrabungen von Pompeji zeigen eine komplett erhaltene wohlhabenden Stadt. Sie beeindruckt durch viele wunderbare Wohnhäuser mit Wandmalereien, Fresken, Läden mit Pizzaöfen und lange Straßen. Einige der wichtigsten Funde wurden in das Archäologische Nationalmuseum in Neapel gebracht.

    Antike Atmosphäre in Herculaneum

    Romantiker bevorzugen das sehr gut erhaltene Herculaneum, wo man noch heute die Atmosphäre des damaligen Lebens spüren kann. In der Villensiedlung am Golf von Neapel gibt es schöne Gärten mit Blumen. Teilweise ist sogar das obere Stockwerk der Wohnhäuser und die Holzmöblierung erhalten. Von einigen Villen hat man einen herrlichen Panoramablick auf den Golf von Neapel.

    Fazit: Wer Zeit mitbringt, sollte am besten beide Ausgrabungsstätten besichtigen

    Kreuzfahrttouristen und Erstbesucher des Golfs von Neapel bevorzugen meistens einen Ausflug zu den größeren Ausgrabungen von Pompeji. Als Ergänzung wird er gerne mit einer Besichtigung des Archäologischen Nationalmuseum in Neapel kombiniert. Wer Pompeji schon kennt, sieht sich bei einer zweiten Neapel-Reise dann oft Herculaneum an.

    Pompeji und Herculaneum können mit der Regionalbahn Circumvesuviana von Sorrent und Neapel schnell erreicht werden.