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  • Lotto in Neapel: Vom verstorbenen Vater im Traum verwechselt – Theaterstück „Non ti pago“ von Eduardo de Filippo

    Eines der lustigsten Stücke des neapolitanischen Theaters ist die Komödie „Non ti pago“ (“Ich bezahle Dich nicht”) von Eduardo De Filippo. Das Stück zeigt die leidenschaftliche Beziehung der Neapolitaner und Neapolitanerinnen zum Lottospielen.

    In Neapel hegen viele Menschen eine große Leidenschaft für das Lottospiel, das in der Stadt am Vesuv eine lange Geschichte hat. Nirgends kommt die Beziehung der abergläubischen Neapolitaner zum Lotto besser zum Ausdruck als im Theaterstück „Ich bezahle dich nicht“ (Non ti pago). 1940 wurde es von Eduardo de Filippo geschrieben.

    „Ich bezahle Dich nicht“ handelt von Ferdinando Quagliuolo, dem Besitzer einer Lottostelle in Neapel

    Ferdinando ist selbst ein leidenschaftlicher Lottospieler und führt jede Woche ein Dutzend verschiedener Gewinn-Rituale aus, aber er verliert trotzdem immer. Anders sein junger Angestellter Mario Bertolini: Er ist in Fernandos Tochter verliebt und gewinnt fast jeden Samstag, ohne jemals eines der neapolitanischen Gewinn-Rituale durchgeführt zu haben. Natürlich weckt Marios Glück die Eifersucht und den Neid Ferdinandos, der sich deshalb zwischen die Liebe des Angestellten zu seiner Tochter stellt.

    Eines Tages gewinnt Mario, der im alten Geburtshaus seines Chefs wohnt, eine große Geldsumme. Im Freudenrausch erzählt er allen Leuten auf der Straße, dass Fernandos verstorbenen Vater ihm im Traum die Lottozahlen vorausgesagt habe. Fernando ist voller Wut und weigert sich Mario die gewonnene Summe auszuzahlen. Er wendet sich sogar an einen Anwalt und anschließend an einen Priester, um seine Handlung zu rechtfertigen.

    Verstorbener Vater verwechselt seinen Sohn im Traum

    Ferdinando ist überzeugt, dass sein verstorbener Vater in sein ehemaliges Haus kam und glaubte, seinen Sohn Ferdinando schlafend im Bett vorzufinden. Weil es aber dunkel war und der verstorbene Vater schließlich schon “älter”, verwechselte er den Angestellten Mario Bertolini mit ihm, seinem Sohn Ferdinando. Folglich habe Ferdinando das Recht auf den Lottogewinn, denn die Zahlen wurden Mario im Traum nur durch eine Verwechslung vorausgesagt! Aber natürlich – Achtung Spoiler – gibt es ein Happyend: Die jungen Leute heiraten und Ferdinando ist glücklich, dass „sein“ Geld in der Familie bleibt.

    „Non ti pago“ von Eduardo de Filippo ist eine Komödie in drei Akten, die 1942 unter der Regie von Carlo Ludovico Bragaglia verfilmt. Ferdinando wurde von Eduardo gespielt und Peppino De Filippo spielt die Rolle des Bertolini.

  • Pulcinella – die Maske von Neapel

    Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Pulcinella. Die Neapolitaner behaupten, ich sei ein liebenswerter, lauter und pfiffiger Vielfraß. Andere meinen, ich sei die Verkörperung der neapolitanischen Volksseele.

    Auf Portanapoli bin ich Dein Reisebegleiter durch meine Heimatstadt Neapel. Gerne erzähle ich Dir alles über die Sehenswürdigkeiten in Neapel, die neapolitanische Kultur und Küche. Deshalb wirst mich noch oft auf Portanapoli treffen – und hoffentlich nicht dabei erwischen, wie ich gerade mit bloßen Händen Spaghetti verschlinge…

    Symbolfigur des neapolitanischen Volkstheaters

    Seit dem 18. Jahrhundert bin ich die Symbolfigur der Komödie des neapolitanischen Volkstheaters, das durch den Theaterautor und Schauspieler Eduardo De Filippo bekannt wurde. In der Commedia dell’Arte spiele ich die Rolle des liebenswürdigen Possenreißers. Der in Neapel verehrte Schauspieler Totò mit dem fliehenden Kinn gilt als meine moderne Personifizierung im italienischen Film.

    Versteckt hinter einer schwarzen Maske

    Wie Du sicher schon bemerkt hast, gehört zu meinem typischen Aussehen eine schwarze Halbmaske mit einer Vogelnase, ein weißes Obergewand mit schwarzem Ledergürtel und eine Pluderhose. Ach ja – auf meinem Kopf trage ich natürlich immer meine hohe Mütze

    Ohne Worte

    Ich kann einfach meine Hände nicht still halten, sogar am Telefon muss ich wild gestikulieren. Meine Sprache ist die der Zeichen und Gebärden, mit der man sich in Neapel sogar völlig wortlos verständigen kann. Aber dem Neapolitaner fehlen selten die richtigen Worte. Deshalb dienen meine Gebärden vor allem der dramatischen Gesprächsuntermalung.

    Verfressen

    Jetzt muss ich leider schnell in die Küche, wo eine Pizza Margherita auf mich wartet. Vielleicht schaue ich vorher noch in einer Friggitoria vorbei und kaufe mir ein paar Zeppole. Und eine Sfogliatella zum Nachtisch, dazu ein Gläschen Limoncello, und….

    Ci vediamo presto – wir sehen uns auf Portanapoli!