Schlagwort: Tomaten

  • Kulinarische Spezialitäten und Feinkost aus Neapel

    Kulinarische Spezialitäten und Feinkost aus Neapel

    In Neapel gibt es köstliche lokale Produkte. Süße Kuchen, aromatische Tomaten, viele Käsesorten und Limoncello machen das Einkaufen am Golf von Neapel zum Vergnügen.

    In Kampanien hat Kochen und Essen einen sehr hohen Stellenwert. Gerne werden Rezepte ausgetauscht, verfeinert – und es wird hingebungsvoll gekocht. Entsprechend groß ist die Auswahl an Lebensmitteln und Feinkost.

    Frisches Obst und Gemüse, Käse oder Fisch gibt es auf Lebensmittelmärkten und in zahlreichen kleinen Geschäften. In Neapel hat jedes Viertel „seinen“ Lebensmittelhändler und wirklich große Supermärkte gibt es nur außerhalb der Stadt.

    Vorzüglicher Käse

    In Kampanien gibt es viele hervorragende Käsesorten. Empfehlenswert sind Büffelmozzarella, Provola (leicht gereift) und der birnenförmige Provolone (halbreif oder ausgereift). Letzterer wird auch geräuchert (affumicato) verkauft. Zu erwähnen ist auch der Caciocavallo, eine Mischung aus Kuh- und Schafs-/Ziegenmilch.

    Limoncello – unbedingt probieren!

    Der Zitronenlikör Limoncello ist eine Spezialität aus Sorrent und von der Amalfiküste. Er wird pur (gelb) oder als Cremelikör (weiß) verkauft und aus großen leuchtenden Zitronen hergestellt. Eine größere Auswahl an Zitronenspezialitäten hat man allerdings in Amalfi und Sorrent, wo Limoncello auch direkt von Erzeugern verkauft wird. Sehr lecker schmecken auch Pralinen mit Limoncello oder Limoncello-Schokolade. Bekannt ist auch Nusslikör.

    Oh wie süß: Sfogliatella und Babà

    Sfogliatella und Babà sind typische Leckereien aus Neapel. Es gibt sie in Konditoreien, Cafés und an Straßenständen. Sfogliatella gibt es in zwei Variationen: als sfogliatelle ricca (aus Blätterteig) und sfogliatella frolla (aus Mürbeteig). Die Original-Sfogliatella ist aus Blätterteig und hat eine köstliche Ricotta-Füllung mit Orangenblütenaroma. Eine noch warme sfogliatella mit einem Tässchen caffè ist jede Sünde wert!
    Neapolitaner lieben auch babà, einen kleinen pilzförmigen Rumkuchen. Den traditionellen Kuchen gibt es auch in modernen Variationen, etwa mit Nutella oder Limoncello-Creme.

    Aromatische Tomaten in allen Variationen

    Leuchtend rote Tomaten und köstliche Orangen locken schon durch ihre leuchtenden Farben zum Probieren. Besonders aromatisch schmecken die San Marzano-Tomaten. In der fruchtbaren Erde des Vesuvs gedeihen sie hervorragend und schmecken beinahe süß. Köstlich sind sie mit Mozzarella oder auch einfach so aus der Hand. Wer eine Küche zur Verfügung hat, sollte auch frische Artischocken und Friarielli zubereiten. Friarielli ist ein leicht bitter schmeckendes Broccoli-Blattgemüse, das es so nur in Neapel gibt. Es wird nicht nur als Beilage, sondern sogar als Pizzabelag verwendet.

    Die neapolitanische Küche ist reich an Fisch

    Frischer Fisch wird auf Märkten, am Hafen oder in Fischgeschäften angeboten. Bei den Muscheln hat man die Auswahl zwischen Venusmuscheln (vongole), Miesmuscheln (cozze) und Jakobsmuscheln (cape sante). Gerne zubereitet werden Meerbarben (triglie), Schwertfisch (pesce spada), Felsenfische (pesce di scoglio) , Brassen (paraghi) und Tintenfische (polpo, calamari und seppie).

  • Wie die Tomate auf unsere Teller kam: Die „Rotlicht-Küche“ Süditaliens

    Wie die Tomate auf unsere Teller kam: Die „Rotlicht-Küche“ Süditaliens

    Wussten Sie, dass die Tomate einst ein magisches Mittel zur erotischen Luststeigerung war? Und später als Blume unter Liebenden verschenkt wurde? Erst eine Hungersnot brachte den roten Liebesapfel im 18. Jahrhundert auf die Tische der Neapolitaner und Neapolitanerinnen.
    Für einen Neapolitaner ist es unmöglich, sich eine Küche ohne die Farbe und den Duft der „pummarola“ („Tomate“ in Neapolitanisch) vorzustellen. Ich habe als Kind nicht verstanden, dass die traditionelle Speise des antiken Neapels, „la minestra maritata“, keine Spur von Tomaten enthält, wie sonst alle anderen Rezepte aus dem antiken Partenope des 18. Jahrhunderts.

    Die Entdeckung der Tomate hat für die Geschichte der Ernährung denselben Stellenwert wie für die Entwicklung des sozialen Gewissens die französische Revolution“, so feiert  Luciano de Crescenzo in seinem unvergleichbaren Stil das Erscheinen der Tomate auf unseren Tischen. Es ist offensichtlich, dass der neapolitanische Bestsellerautor dabei an die italienische Küche denkt, vor allem aber an die von Neapel. Er nennt sie „Rotlicht-Küche“, „wegen der leuchtenden Präsenz dieses wunderbaren Naturprodukts in Lampenform, allen bekannt als San Marzano-Tomaten“.

    Roter Liebesäpfel als Aphrodisiakum

    Den geheimnisvollen Früchten wurden anregende und luststeigernde Kräfte zugeschrieben. Alchimisten im 16. und 17. Jahrhundert haben sie für aphrodisierende Zaubertränke verwendet. „Love apple“, „pomme d’amour“, „Liebesapfel“ und „pomo (oder mela) d’oro“: In vielen Kulturen hat der Name der roten Frucht einen deutlichen Bezug zur Liebe. Später wurden die alten Bezeichnungen, mit Ausnahme der italienischen, durch Ableitungen aus dem originalen aztekischen Wort „Tomatl“ ersetzt.

    Die Tomate als hübsche giftige Zierpflanze

    Die ersten Tomatenanbauer waren peruanische Eingeborene. Sie haben die „Tomatl“ nicht verzehrt, sondern als Zierpflanze genutzt. Als „giftige Blume“ wurde sei nach Europa von den Spaniern im 16. Jahrhundert eingeführt. Schnell brachte es die hübsche Blume zu beachtlichem Ruhm: 1640 hat der Adel aus Tolone dem Kardinal Richelieu als Akt der Hochachtung vier Tomatenpflanzen geschenkt. In Frankreich war es Brauch, dass die Männer der Dame ihres Herzens eine Tomatenpflanze als Zeichen ihrer Liebe überreichten. So hat sich der Anbau von Tomaten als Zierpflanze von Spanien über Marokko im gesamten Mittelmeerraum ausgedehnt. Vor allem in Italien, zwischen Neapel und Salerno, hat sie das ideale Klima für ihr Gedeihen gefunden.

    Doch wann wurde die Tomate endlich gegessen?

    Es liegt im Dunkeln, wo die von Geheimnissen umrankte Zierpflanze im barocken Europa zuerst auf dem Tisch erschien. Wahrscheinlich wagte sich ein besonders mutiger oder hungriger Bauer als Erster an ihren Genuss.

    Man weiß nur wenig über den Liebesapfel als Nahrungsmittel. Die ersten sporadischen Aufzeichnungen über sein Nutzung als frische oder gekochte Frucht für die Zubereitung von Soße finden sich im 17. Jahrhundert im meridionalen Europa. Erst Ende des 18 Jahrhunderts bekam der Anbau der Tomate als Nutzpflanze einen starken Impuls in Europa, hauptsächlich in Frankreich und Süditalien. Während sie in Frankreich nur am Hof des Königs verspeist wurde, verbreitete sie sich in Neapel wegen einer Hungersnot schnell im Volk!

    Und eingekocht?

    1762 beschrieb Lazzaro Spallanzani Konservierungstechniken für Tomaten. Er entdeckte als erster, dass sie durch Abkochen und Verschließen in Behältern nicht verderben. Doch erst im 19. Jahrhundert wurde die Tomate in gastronomischen Abhandlungen in Europa eingeführt, etwa im „Cuoco Galante“ („Der raffinierte Koch“), geschrieben vom großen neapolitanischen Hofkoch Vincenzo Corrado 1819. Dort gibt es bereits viele Rezepte mit gefüllten und frittierten Tomaten.

    Viva Napoli: Pasta mit Tomatensoße

    Der Neapolitaner Don Ippolito Cavalcanti beschrieb 1839 in der zweiten Ausgabe der „Cucina Teorico Pratica“ erstmalig, was in Neapel bereits verbreitet war: die Zubereitung von Pasta mit Tomatensoße und das erste Ragù-Rezept, eine neapolitanische Tomaten-Fleischsoße.

    Schon gewusst?

    Die Tomatenpflanze wird an einer Rankhilfe bis zu zwei Metern hoch. Sie ist reich an Vitaminen (A, C, B1, B2, K, P und PP) und kommt ursprünglich aus Chile und Ecuador, wo sie dank des tropischen Klimas ganzjährig Früchte trägt. In unseren Regionen wird die Freilandtomate nur im Sommer geerntet.

    (gb)

  • Geschmacksgeheimnis der Pizza Margherita aus Neapel: So gelingt die Zubereitung

    Geschmacksgeheimnis der Pizza Margherita aus Neapel: So gelingt die Zubereitung

    Der neapolitanische Pizzaklassiker ist die Pizza Margherita mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Ihr Geheimnis liegt in der Qualität der Zutaten und Zubereitung im Holzofen. Aber auch im heimischen Ofen kann man eine köstliche Pizza backen, wenn man beim Kauf der Zutaten einige Tipps beachtet.

    Neapel ist bekanntlich die Stadt der Pizza. Nirgends schmeckt die Pizza so gut wie in den Pizzerien der Metropole am Vesuv. Es gibt zwar unzählige leckere Pizzasorten, aber nur zwei traditionelle Klassiker: Pizza Margherita mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum und Pizza Marinara mit Oregano, Knoblauch und Tomaten. Zwar hat man zu Hause in der Regel keinen Holzofen, doch mit ein paar Tricks kann man auch selbst eine leckere Pizza zaubern.

    Zutaten für den Belag einer Pizza mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum

    Tomaten

    Für neapolitanische Pizza wird nur die birnenförmige Tomatensorte San Marzano aus Kampanien verwendet. Beim Einkaufen sollte man unbedingt darauf achten, daß die Tomaten nicht zu viel Wasser enthalten. Der Teig könnte sonst durchweichen. Die gewaschenen Tomaten müssen gut abtropfen, bevor sie geviertelt auf den Teig gegeben werden.

    Man kann frische Tomaten durch geschälte Konserventomaten ersetzen. Sie können am Stück oder geviertelt verwendet werden. Ganze Tomaten werden mit der Gabel zerdrückt, bevor man sie auf den Teig gibt. Bitte auf eine gute Qualität der Konserven achten, denn einige haben einen sauren Geschmack. In Neapel werden Tomaten übrigens gerne selbst eingemacht, um auch im Winter nicht auf ihren köstlichen Geschmack verzichten zu müssen.

    Mozzarella

    Für Pizza kann entweder Mozzarella aus Kuh- oder Büffelmilch verwendet werden. Die Associazione Vera Pizza Napoletana, das ist der Verein für neapolitanische Pizza, ist mit beiden Variationen einverstanden. Man sollte auf jeden Fall auf Bio-Qualität und Herkunft achten.
    » Tipps zur Verwendung von Mozzarella

    Frisches Basilikum

    Die Basilikumblätter werden erst kurz vor Ende der Backzeit auf die Pizza geben, um ihr Aroma zu erhalten. Das Basilikum sollte abgepflückt und nicht geschnitten werden.
    » Tipps für die Verwendung von Basilikum

    Olivenöl extra vergine

    Man sollte nur qualitativ hochwertiges Olivenöl verwenden, kaltgepresst und extra vergine. Olivenöl extra vergine ist naturbelassen und unbehandelt. Es hat den geringsten Säuregehalt und bildet wegen seiner Hitzeverträglichkeit keine schädlichen Substanzen.

    Olivenöl wird vor dem Backen auf die Pizza gegeben. Die Menge sollte dabei zehn Gramm nicht übersteigen, weil der Ölgeschmack sonst die anderen Zutaten dominieren würde. In Neapels Pizzerien wird mit einer traditionellen Ölflasche eine 6 auf die Pizza “gemalt”.

    Zutaten für den Pizzateig

    Wasser

    Die Neapolitaner sagen, das Geheimnis ihrer leckeren Pizza liege im weichen Wasser. Es wird für einige Stadtteile aus einer Quelle in Avellino herbeigeführt. Der Kalkgehalt des Wassers hat tatsächlich Einfluss auf den Pizzateig: Sehr kalkhaltiges Wasser verlängert sein „Gehen“. Bei sehr weichem Wasser ist die Zugabe von etwas mehr Salz empfehlenswert. Das Wasser für den Pizzateig sollte lauwarm sein (etwa 28° Grad).

    Weizenmehl

    In Italien wird Weizenmehl vom Typ 00 verwendet. Das Rezept für echte neapolitanische Pizza lässt auch die Zugabe eines Teils Mehl vom Typ 0 zu. In vielen persönlichen Rezepten benutzt man eine Mischung der Mehltypen 00 und 0. In Deutschland kann man das Mehl Typ 405 verwenden.

    Frische Bierhefe

    Für ein Kilo Mehl benötigt man 10 Gramm Hefe, das ist etwa das Viertel eines Würfels. Die Hefe wird vor der Verwendung zerkrümelt und in lauwarmem Wasser mit etwas Mehl aufgelöst. Der Brei wird solange verrührt, bis er dickflüssig ist. Falls man eine schnelle Pizza machen möchte, muss mehr Hefe (bis zu 20 Gramm) verwendet werden. Die restliche Hefe kann übrigens problemlos eingefroren werden.
    » Rezept für Pizzateig