Mitten in der verwinkelten Altstadt von Neapel liegt die kleine Likörfabrik Limoné. Ihre Spezialität ist köstlicher Crema di Limoncello, der aus riesigen Zitronen hergestellt wird. In der Fabrik können Besucher die Herstellung von Limoncello miterleben und dürfen im zugehörigen Laden die verschiedensten Liköre kosten.
Bei unserem Spaziergang durch die Altstadt von Neapel im Juni 2014 haben wir die kleine Likörfabrik „Limoné“ entdeckt. Sie liegt genau neben dem Eingang zum unterirdischen Neapel (Napoli sotterranea) an der Piazza San Gaetano. Beim Eintreten ins Geschäft wird man von einem herrlich intensiven Zitronenduft umfangen und taucht ein in die Welt der neapolitanischen Liköre.
In den Regalen stehen sie in allen Variationen: Lakritzlikör, Nusslikör, Mandarinenlikör, sogar Likör aus Rucola und natürlich: Limoncello, der berühmte Zitronenlikör aus Kampanien. Die Spezialität des Hauses ist aber Crema di Limoncello, der nicht – wie sonst üblich – mit Sahne, sondern mit Milch hergestellt wird. Wir durften ihn kosten, er schmeckt leicht und einfach köstlich!
Besonders die Limoncello-Herstellung hat am Golf von Neapel und an der Amalfiküste eine lange Tradition. Viele Familien stellen ihn noch selbst nach eigenen Rezept her. Und genau diese Tradition möchte die kleine Fabrik bewahren: „conservare il sapore e conservare il sapere“ (Geschmack und Wissen bewahren) lautet deshalb ihr Motto. Angefangen hat alles mit Limoncello, mit der Zeit kamen andere Liköre hinzu.
Die Zitronen kommen aus den Phlegräischen Feldern
Bei der Limoncello-Herstellung gibt es eine Besonderheit. Die riesigen Zitronen stammen nicht von der Amalfiküste, sondern aus dem Gebiet der Phlegräischen Felder. Dort gibt es einen Agriturismo (Bauernhof), der die Fabrik mit riesigen unbehandelten Zitronen beliefert. Außerdem kommen von dort noch andere Spezialitäten, etwa Honig. Der „miele di limone“ wird in den Limonenhainen gewonnen und hat deshalb ein besonders zitroniges Aroma.
Im Geschäft gibt es einen Durchgang zur Likörfabrik, die von Besuchern besichtigt werden kann. Die freundliche Manon zeigte uns, wie Limoncello produziert wird: Für Crema di Limoncello werden große gelbe Zitronen verwendet, die sorgfältig von Hand geschält werden. Danach werden die Schalen in große Kessel mit Alkohol gegeben. Dort zieht der Sud für sieben Tage gut durch, bevor er gefiltert und zu einer Wasser-Zucker-Mischung hinzugegeben wird. Schließlich wird er in hübsche Flaschen abgefüllt.
Für den klassischen Limoncello werden hingegen grüne Zitronen verwendet, die drei Tage in Alkohol ziehen müssen. Alle Zitronen werden rein biologisch angebaut. Aus den geschälten Zitronen werden Marmelade, Pasta, Torrone, Bonbons und Plätzchen nach hauseigenem Rezept hergestellt. Tipp: Wer den Geschmack von Zitronen mag, wird die großen gelben Bonbons lieben. Bestimmt!
Die Fabrik überrascht mit einer Sehenswürdigkeit
Die restaurierten Räume, übrigens bis vor einigen Jahren eine Garage, sind Teil einer antiken Mauer. Im Nebenraum der Fabrik kann man einen gut erhaltenen griechisch-römischen Brunnen sehen, der Teil eines Aquädukts war. Deshalb ist ein Besuch auch ein Tipp für alle, die mit Likör nichts am Hut haben: Limoné zeigt neapolitanische Tradition und ist dazu noch ein Mini-Museum. Außerdem liegt eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, das unterirdische Neapel, gleich nebenan.

Für die Besichtigung der Fabrik ist keine Anmeldung notwendig, nur Gruppen sollten vorher einen Termin vereinbaren.
Adresse
Limoné s.r.l
Adresse: Piazza San Gaetano 72, 80139 Napoli, Italien
Infos: www.limoncellodinapoli.it
Anmerkung: Dieser Artikel ist kein gesponserter Artikel, sondern basiert auf eigenen Eindrücken.
Autorin: sb
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