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  • Feiertage in Italien: Die schönsten Traditionen

    Feiertage in Italien: Die schönsten Traditionen

    Rote Slips und BHs sind nicht nur ein echter Hingucker, sondern in Italien auch ein Symbol für Glück in der Liebe. Wer sich im neuen Jahr nach Romantik sehnt, sollte in der Silvesternacht rote Unterwäsche tragen. Es ist jedoch wichtig, „brav“ zu sein, denn sonst könnte die Befana statt Süßigkeiten schwarze Kohle in den Strumpf legen.

    Auch an Sonn- und Feiertagen dürfen die Geschäfte in Italien öffnen, es gibt keine einheitliche Regelung. An wichtigen Feiertagen bleiben die meisten Geschäfte bis auf große Einkaufscenter aber geschlossen.

    Die Feiertage gelten in ganz Italien. Manche Städte und Regionen haben zusätzliche Feiertage, die an besondere Traditionen gebunden sind.

    Feiertage in Italien

    1. Januar : Neujahr (Capodanno)

    Rote Slips und rote BHs: In der Silvesternacht trägt man rote Unterwäsche, das soll im neuen Jahr Glück in der Liebe bringen. Silvester wird zu Hause oder im Restaurant gefeiert. Im Mittelpunkt immer ein ausgiebiges Menü! In Neapel hört man bereits am frühen Abend die ersten – manchmal ohrenbetäubenden – Knaller. Nach Mitternacht werden gerne Spiele mit Freunden gespielt, etwa die neapolitanische „Tombola“.

    6. Januar: Dreikönigsfest (Epifania)

    Am 6. Januar endet in Italien die Weihnachtszeit und es wird das Fest der Befana gefeiert. Die Befana ist eine alte Hexe auf einem Besen, die in der Nacht auf den 6. Januar in die Häuser fliegt. Sie bringt den Kindern in einem bunten Strumpf Süßigkeiten oder Zuckerkohle. Bis vor einiger Zeit gab es die Weihnachtsgeschenke erst am 6. Januar und nicht schon am 25. Dezember.

    Ostern

    Der Karfreitag ist in Italien kein Feiertag, sondern eine normaler Arbeitstag. Aber auch in Italien wird von gläubigen Katholiken am Karfreitag nur Fisch gegessen. In Rom gibt der Papst in den Karwoche auf dem Petersplatz den Segen “Urbi et orbi”. In vielen Orten werden am Karfreitag abends religiöse Prozessionen veranstaltet. Überregional bekannt ist die Osterprozession auf der Insel Procida, aber es gibt am Golf von Neapel auch eindrucksvolle Osterprozessionen in Sorrent und auf Ischia.

    Am Ostersonntag wird ein regional unterschiedliches Mittagsmenü gekocht, das man im Kreis der Familie über mehrere Stunden genießt. In Neapel gehören der deftige Tortano und die duftende Pastiera zum Ostermenü. Die leckere Pastiera wird aus gekochtem Weizen, Ricotta und Orangenblütenaroma gebacken. Man schenkt sich große Schokoladeneier, die aber nicht versteckt werden. Es gibt keine gefärbten echten Eier und keine Osternester. Überall wird dafür die Colomba verkauft, ein süßer Hefekuchen in Taubenform.

    Ostermontag (Pasquetta)
    An diesem Tag machen die Italiener gerne einen Picknick-Ausflug mit Familie und Freunden. Die Straßen sind deshalb voll und es gibt oft Staus.

    25. April: Tag der Befreiung (Festa della Liberazione)

    An diesem Tag wird die Befreiung von der faschistischen Diktatur im Zweiten Weltkrieg gefeiert.

    1. Mai: Tag der Arbeit (Festa del Lavoro)

    In Rom findet das „Concerto del Primo Maggio“ auf der Piazza di Porta San Giovanni statt. Die italienischen Bands kommen vorwiegend aus der Independent-Richtung.

    2. Juni: Festa della Repubblica (Nationalfeiertag)

    Feiertag zur Gründung der italienischen Republik im Jahr 1946 und der italienischen Einheit. Über Rom wird mit einer Kunstflugstaffel der italienischen Luftwaffe die Tricolore, die Fahne Italiens, an den Himmel gemalt.

    15. August Ferragosto – Mariä Himmelfahrt (Assunzione di Maria Vergine)

    Der 15. August (Ferragosto) ist einer der wichtigsten Feiertage, viele Geschäfte und Behörden bleiben geschlossen. Die meisten Italiener nehmen ihren Jahresurlaub im heißen August. Am 15. August unternehmen viele Familien einen Ausflug an den Strand oder ins Grüne. Jüngere spielen nachts an einem Strandfeuer (falò) Gitarre, bevor sie ein Mitternachtsbad im warmen Wasser nehmen.

    1. November: Allerheiligen (Tutti i Santi)

    Manche Regionen feiern den Tag mit besonderen kulinarischen Speisen. So stellt man traditionell in Sizilien die kunstvolle „Frutta Martorana“ her. Sie sieht aus wie eine Frucht und ähnelt geschmacklich dem Marzipan, ist aber süßer.
    Am 2. November (kein Feiertag) ist die Celebrazione di Defunti, viele gedenken ihrer verstorbenen Angehörigen auf dem Friedhof.

    8. Dezember: Mariä Empfängnis (Immacolata Concezione)

    In Neapel beginnt die Weihnachtszeit mit bunten Dekorationen und dem Bau der Krippe.

    25. und 26. Dezember: Weihnachtsfeiertage (Natale)

    Der 24. Dezember (La vigilia di Natale) ist ein normaler Arbeitstag und wird nicht stimmungsvoll mit Kerzen gefeiert wie etwa in Deutschland. Abends gibt es ein großes Essen (cenone). Nachts gehen viele Italiener zur Mitternachtsmesse oder sehen sich die Messe aus dem Petersdom im Fernsehen an.

    In Italien sind die Weihnachtsfeiertage Familientage. Alles dreht sich um die Zubereitung der regional unterschiedlichen Weihnachtsmenüs. Traditioneller als der Weihnachtsbaum ist in vielen Regionen (etwa Neapel) die kunstvolle Weihnachtskrippe (Presepe). Am 25. Dezember werden von Babbo natale die Geschenke unter den Weihnachtsbaum oder neben die Krippe gelegt. Auch am 26. Dezember (Santo Stefano) trifft sich die Familie wieder zum Schlemmen.

    Die Feiertage der Stadtheiligen in Neapel und Rom

    In Neapel ist der 19. September ein Feiertag zu Ehren des Heiligen Januarius (San Gennaro), des Stadtpatrons. An diesem Tag findet das Blutwunder des Heiligen mit religiöser Feier statt.
    In Rom ist am 29. Juni der Feiertag von San Pietro e Paolo, dem Stadtpatron, begleitet von Feierlichkeiten im Petersdom.

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  • Ferragosto: Höhepunkt des italienischen Sommers

    Ferragosto: Höhepunkt des italienischen Sommers

    Im August ist in Italien Hauptsaison und die Preise für Unterkünfte erreichen ihr Rekordhoch. Viele italienische Familien verbringen ihren Sommerurlaub an den Stränden, wo es besonders um den Feiertag Ferragosto sehr lebhaft wird. In den Städten haben etliche Geschäfte geschlossen, aber dafür gibt es kulturelle Veranstaltungen, Feuerwerke und ein traditionelles Festtagsmenü.

    Ferragosto am 15. August ist einer der wichtigsten italienischen Feiertage. Er gilt als der heißeste Tag des Jahres und läutet die Sommerwende ein. Die meisten Italiener nehmen ihren gesamten Jahresurlaub rund um diesen Tag und fahren ans Meer. Besonders an den kilometerlangen Stränden der Adria reihen sich die Sonnenliegen dicht aneinander und oft wird der gesamte Lido mit lauter Musik beschallt. In den Bergen des Hinterlands geht es hingegen recht ruhig zu.

    Es ist nicht erstaunlich, dass viele eine Abkühlung im Meer suchen. Vor allem in Großstädten wie Rom können die Temperaturen im Hochsommer auf bis zu 40°C steigen. Die Luft steht förmlich und mit ihr auch das gesamte öffentliche Leben. „Vado al mare!“ kann man dann an den Türen einiger Geschäfte lesen. Während man heute glücklicherweise auch im August offene Geschäfte findet, war dies in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Wer seine Stadt in dieser Zeit nicht verlassen konnte, musste sich deshalb rechtzeitig mit einem größeren Lebensmittelvorrat eindecken. „In meiner Kindheit in den 1970er-Jahren war es sogar schwierig ein Brot zu bekommen. Die Stadt war wie ausgestorben“, berichtet Francesco aus Neapel.

    In Deutschland verteilen sich die Schulferien auf Ostern, Weihnachten und den Sommer. Die italienischen Schüler haben hingegen nur einmal im Jahr Ferien, dafür aber richtig lange: Von Ende Juni bis Anfang September gibt es für die ragazzi schulfrei. Ihre Eltern nehmen meistens den gesamten Jahresurlaub im August, denn viele Unternehmen haben dann Werksferien.

    Ausflüge, Festtagsessen und Feuerwerke an Ferragosto

    Am 15. August machen die Italiener traditionell einen Ausflug an die Küste oder in die kühlen Berge. Bepackt mit Decken und Klappstühlen wird gemeinsam mit der Familie an einem schönen Platz gepicknickt. Auch wer sich bereits im Urlaub befindet, lässt sich den traditionellen Ausflug nicht entgehen und begibt sich auf die vollen Autobahnen. Eine weitere Tradition ist der Pranzo di Ferragosto, ein großes Festtagsessen. Restaurants und Hotels tischen opulente Buffets mit regionalen Spezialitäten auf oder bieten besondere Menüs an. Als Nachtisch dürfen gekühlte Wassermelonen nicht fehlen: „Melonen machen satt, löschen den Durst und man kann das Gesicht mit ihnen waschen“, sagen die Neapolitaner. Nachts feiern junge Leute mit einem Lagerfeuer am Strand und baden im warmen Meer. Zum Ausklang des Tages veranstalten viele Gemeinden ein großes Feuerwerk, das über dem Meer besonders eindrucksvoll ist.

    Auch kulturelle Besichtigungen werden an Ferragosto immer beliebter. Während die Behörden am 15. August schließen, bleiben viele öffentliche Museen geöffnet. Einige bieten sogar längere Besichtigungszeiten an oder locken mit einer Nacht im Museum. Mit Erfolg: Das italienische Ministerium für Kultur und Tourismus berichtet, dass es am 15. August 2013 einen Anstieg der Besucherzahlen in den Sehenswürdigkeiten um 14,3% im Vergleich zum Vorjahr gab. Auf der Website des Ministeriums gibt es kurzfristig unter „Eventi culturali“ Informationen über die Öffnungszeiten der Museen an Ferragosto.

    Frühbucher sind im August klar im Vorteil

    Hotels und Campingplätze in Italien sind für Juli und August schon lange im Voraus ausgebucht. Deshalb ist es ratsam, frühzeitig eine Unterkunft für die Hauptsaison zu reservieren. Aber Achtung: Die Preise für Hotels und Ferienwohnungen sind im August um ein Vielfaches höher als sonst. Große Ferienanlagen bieten in dieser Zeit ein besonderes Animationsprogramm für Kinder und Erwachsene an, das obligatorisch extra bezahlt werden muss. Wer im Sommer nach Italien reisen und weniger Geld ausgeben möchten, sollte seinen Urlaub im Juli oder September planen. Im September sind in manchen deutschen Bundesländern noch Sommerferien, in anderen starten sie bereits im Juli. Der 15. August ist übrigens als Mariä Himmelfahrt in Bayern und im Saarland ein gesetzlicher Feiertag.

    Ferragosto geht auf den römischen Kaiser Augustus zurück

    Das Wort Ferragosto kommt aus dem Lateinischen von Feriae Augusti und bedeutet „Ferien des Augustus“. Der römische Kaiser Augustus führte im Jahr 8 v. Chr. eine mehrtägige Erholungszeit ein, die sogenannten Augustali. Dieser antike Ferragosto hatte neben politischen Motiven auch das Ziel, die bereits bestehenden antiken Festtage zu einer Ferienzeit zusammenzuführen. Während der Festlichkeiten wurden im ganzen Imperium große Rennen mit Pferden und Zugtieren veranstaltet, die von der Arbeit frei gestellt und mit Blumen geschmückt wurden. Die antike Tradition lebt, in abgewandelter Form, noch heute beim Pferderennen Palio d’Assunta in Siena.